Bevor ein KI-Schreibassistent einen Vorschlag anzeigen kann, muss er Ihren bisher getippten Text verarbeiten. Die entscheidende Frage lautet: Wo passiert diese Verarbeitung? Auf Ihrem eigenen Gerät oder auf einem Server, den ein anderes Unternehmen betreibt? Die Antwort bestimmt, wer theoretisch Zugriff auf das hat, was Sie schreiben.
Dieser Artikel erklärt beide Architekturen technisch nüchtern, ohne einer Seite pauschal Böswilligkeit zu unterstellen — Cloud-Dienste haben legitime Gründe für ihre Architektur, etwa größere Modelle, die auf einem PC nicht laufen würden.
Wie Cloud-Autovervollständigung technisch funktioniert
Bei einem cloudbasierten Schreibassistenten läuft der Ablauf typischerweise so:
- Sie tippen einen Satzanfang in einer Anwendung oder einem Browser-Textfeld.
- Der bisherige Text (oder ein Ausschnitt davon) wird über das Internet an einen Server des Anbieters gesendet.
- Dort verarbeitet ein großes Sprachmodell die Anfrage und berechnet eine mögliche Fortsetzung.
- Der Vorschlag wird zurück an Ihr Gerät gesendet und angezeigt.
Diese Architektur hat einen praktischen Vorteil: Server-Hardware kann deutlich größere Modelle betreiben, als es auf einem gewöhnlichen Windows-PC möglich wäre. Der Nachteil: Ihr Text verlässt in diesem Moment Ihr Gerät. Was mit ihm danach passiert — ob er geloggt, zu Trainingszwecken gespeichert oder sofort verworfen wird — hängt vollständig von der Datenschutzrichtlinie und Infrastruktur des jeweiligen Anbieters ab, und ist für Sie als Nutzer in der Regel nicht direkt überprüfbar.
Wie lokale Verarbeitung funktioniert
Bei einem lokal ausgeführten Modell entfällt der Netzwerk-Schritt komplett:
- Sie tippen einen Satzanfang.
- Ein kompaktes Sprachmodell, das direkt auf Ihrer Festplatte liegt, verarbeitet den Text im Arbeitsspeicher Ihres eigenen PCs.
- Der Vorschlag wird lokal berechnet und angezeigt.
- Der verarbeitete Text wird danach verworfen — es gibt keinen Schritt, in dem er das Gerät verlässt.
Typeahead für Windows nutzt genau diesen Ansatz: Es führt Qwen 3, ein kompaktes, mehrsprachiges Sprachmodell, über die Inferenz-Engine llama.cpp direkt auf Ihrem PC aus. Es gibt keinen Cloud-Endpunkt, an den Ihre Tastenanschläge zur Vorschlagsberechnung gesendet werden.
Die zwei Architekturen im Vergleich
| Merkmal | Cloud-Autovervollständigung | Lokales Modell (Typeahead) |
|---|---|---|
| Wo Text verarbeitet wird | Auf Servern des Anbieters | Auf Ihrem PC |
| Internetverbindung nötig | Ja, bei jeder Anfrage | Nein, nach dem Modell-Download |
| Konto erforderlich | Meist ja | Nein |
| Modellgröße | Sehr groß, serverseitig | Kompakt, 0,4–2,5 GB je nach Wahl |
| Kontrolle über Datenverbleib | Liegt beim Anbieter | Verlässt das Gerät nicht |
| Kosten | Meist Abo-Modell | Einmalig 9,99 $ |
Warum das bei sensiblen Texten eine Rolle spielt
Nicht jeder Text ist gleich sensibel. Eine kurze Chatnachricht an einen Kollegen über das Mittagessen hat ein anderes Risikoprofil als eine interne Vertragsklausel, medizinische Notizen oder eine E-Mail mit personenbezogenen Kundendaten. Bei Letzterem stellt sich die Frage, ob ein Server eines Drittanbieters überhaupt an der Verarbeitung beteiligt sein soll — unabhängig davon, wie vertrauenswürdig der Anbieter ist.
Eine lokale Architektur macht diese Frage in gewisser Weise überflüssig: Wenn der Text das Gerät nie verlässt, gibt es keinen Übertragungsweg, der abgesichert, protokolliert oder vertraglich geregelt werden müsste. Genau deshalb ist Typeahead standardmäßig so gebaut, dass Passwortfelder komplett ignoriert werden und Passwortmanager sowie Finanz-Apps automatisch geschützt sind — unabhängig von Modellgröße oder Einstellungen.
Was auf dem Gerät gespeichert wird — und was nicht
- Das heruntergeladene Sprachmodell liegt als Datei lokal vor (0,4 bis 2,5 GB, je nach gewählter Größe).
- Getippter Text wird im Arbeitsspeicher verarbeitet, um einen Vorschlag zu berechnen, und danach verworfen.
- Es gibt kein Protokoll oder Verlauf der eingegebenen Sätze.
- Netzwerkverkehr entsteht ausschließlich beim Herunterladen eines Modells oder bei App-Updates — nicht während des Tippens.
Häufige Fragen
Ist ein lokales Modell automatisch schlechter als ein Cloud-Modell?
Sendet Typeahead überhaupt jemals Daten ins Internet?
Was ist Qwen 3 und was ist llama.cpp?
Kann ich überprüfen, dass wirklich keine Daten gesendet werden?
Warum bietet Typeahead drei verschiedene Modellgrößen an?
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