Ghost Text (auch "Inline-Vorschlag" genannt) ist ein UI-Muster, bei dem eine KI oder ein Vorschlagssystem den wahrscheinlichen Fortlauf Ihres Textes direkt hinter der Schreibmarke einblendet — in gedämpfter, halbtransparenter Farbe. Sie tippen weiter normal, oder Sie drücken Tab, und der graue Text wird zu echtem Text.
Das Muster ist unaufdringlich, weil es nichts verändert, solange Sie nicht aktiv zustimmen. Es unterbricht den Schreibfluss nicht mit Dropdown-Listen oder Popups — der Vorschlag sitzt einfach da, am selben Ort, an dem Sie sowieso als Nächstes schreiben würden.
Wo Ghost Text heute schon existiert
Am bekanntesten ist das Muster aus Code-Editoren: GitHub Copilot in Visual Studio Code zeigt ganze Codezeilen als Ghost Text an, sobald Sie zu tippen beginnen. Auch einige Browser-Adressleisten nutzen eine abgeschwächte Version davon — sie ergänzen eine zuvor besuchte URL in Grau, während Sie tippen. Google Docs bietet mit "Smart Compose" ein ähnliches Konzept für ganze Sätze, allerdings ausschließlich innerhalb der eigenen Web-App.
Was diese Beispiele verbindet: Jedes davon ist an eine einzelne Anwendung gebunden. Copilot lebt in VS Code (und einigen JetBrains-IDEs), Smart Compose lebt in Google Docs und Gmail. Keines davon funktioniert, sobald Sie zu Outlook, Slack oder Notepad wechseln.
Warum Ghost Text auf dem Windows-Desktop so selten ist
Damit Ghost Text funktioniert, braucht eine App drei Dinge: Zugriff auf die Cursorposition in Echtzeit, die Möglichkeit, zusätzlichen, nicht-editierbaren Text visuell über dem Eingabefeld einzublenden, und ein Modell, das schnell genug einen plausiblen Vorschlag berechnet. Innerhalb einer einzelnen App ist das machbar, weil der Entwickler die volle Kontrolle über das Textfeld hat.
Systemweit ist das etwas anderes: Windows-Apps nutzen völlig unterschiedliche Rendering-Frameworks — Win32, WinUI, Electron, Chromium-Views, WPF. Eine App, die Ghost Text über jedes dieser Frameworks legen will, muss auf einer viel tieferen Ebene ansetzen als jede einzelne Anwendung selbst.
Wie Typeahead das Muster systemweit umsetzt
Vorschlag direkt am Cursor
Typeahead verfolgt die Schreibmarke im Hintergrund und blendet den Vorschlagstext genau dort ein, wo Sie gerade tippen — egal in welcher App.
Tab zum Übernehmen, sonst passiert nichts
Der graue Text wird niemals automatisch eingefügt. Erst ein Druck auf die Übernahme-Taste (Standard: Tab) macht ihn zu echtem, editierbarem Text.
Appübergreifend, nicht app-spezifisch
Dasselbe Verhalten in WhatsApp, Telegram, Slack, Chrome, Edge, Firefox, Outlook, Thunderbird, Word, Notepad, Notepad++ und den Text-/Chatbereichen von VS Code.
Lokal berechnet
Anders als viele cloudbasierte Ghost-Text-Tools läuft die Vorschlagsberechnung bei Typeahead auf einem lokalen Modell (Qwen 3 über llama.cpp), ganz ohne Server.
Die Übernahmetaste lässt sich in den Einstellungen ändern, falls Tab bereits anderweitig belegt ist (etwa in manchen Editoren). Passwortfelder und Finanz-Apps sind grundsätzlich geschützt, dort wird niemals ein Vorschlag angezeigt.
Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Ghost Text und einer Dropdown-Vorschlagsliste?
Ist Ghost Text dasselbe wie in GitHub Copilot?
Kann ich die Übernahmetaste ändern, wenn Tab schon belegt ist?
Werden Ghost-Text-Vorschläge irgendwo gespeichert?
Funktioniert das auch offline?
Typeahead herunterladen
Einmaliger Kauf, kein Abo. Windows 10 / Windows 11.